Kinder der Erde

Das Angebot „Kinder der Erde“ ist ein Jahreskurs, der den Kindern und Jugendlichen mit unserer Begleitung eine tiefe und nachhaltige Verbindung zur Natur und Mutter Erde ermöglicht. Kernstück dieses Jahreskurses sind die regelmässigen Treffen über ein Jahr. Die Teilnehmenden trainieren durch viele Wahrnehmungs- und Achtsamkeitsspiele ihre Sinne, lernen Wildnistechniken kennen und erweitern ihr Bewusstsein durch das Erlernen des Spurenlesens. Die Kursinhalte werden dem Alter der Teilnehmenden entsprechend angepasst.

Aus der Hirnforschung ist bekannt, dass die moderne Lebenswelt nicht genügend Freiräume für eine gesunde Entwicklung von Körper und Geist bietet. Dies spricht dafür, Kinder und Jugendliche möglichst viel Zeit und Raum draussen verbringen zu lassen. Die Natur verändert sich ständig. Sie ermöglicht, mit allen Sinnen wahrnehmen zu können und stärkt durch unterschiedliche motorische Erlebnisse das Selbstbewusstsein und die Achtsamkeit. Ein Bachlauf, ein verwilderter Garten, fördert die Entwicklung der Vorstellungskraft, die Entdeckungs- und Gestaltungskunst. Kinder brauchen das Abenteuer und fühlen sich lebendig, wenn sie sich auf spielerische Weise in der Natur bewegen können.

Das methodisch-didaktische Modell, an dem wir uns orientieren, basiert auf dem natürlichen Kreislauf des Lernens und dem Coyote Teaching. Diese Lernmethode wirkt wie eine «unsichtbare Schule». Das Coyote Teaching ist eine uralte Lern- und Lehrtechnik nativer Völker und Grundlage der Wildnispädagogik vieler Wildnisschulen in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Nach den Lehren von Stalking Wolf, Tom Brown, Ingwe und Jon Young, ist sie die ursprüngliche Art des Lernens. Sie basiert auf einer Fragetechnik, die die Neugierde schürt und passt sich  den Kenntnissen und Fähigkeiten der einzelnen Menschen an, egal in welchem Lebensalter sich die lernende Person befindet. Die Verbindung zur Natur, zu Menschen und zu sich selber, sind zentrale Faktoren, damit ganzheitliches, wildes Wissen entstehen kann.

Lerninhalte Lernziele und Routinen
Naturtagebuch führen: Das Führen eines Naturtagebuches bewirkt, dass das Gehirn zu mehr Aufmerksamkeit animiert wird. Die visuelle Vorstellungsgabe erwacht und die verschiedenen Sinneserfahrungen aus der Natur werden in Linien, Farben und Worten festgehalten. Ein Naturtagebuch führen bedeutet Worte zu finden, die Pflanzen, Tiere und Vögel benennen, Adjektive für Farben zu lernen, Metaphern für Gerüche zu finden und ein Vokabular für Bewegungen zu entwickeln.
Pflanzenkunde:        Heil- und essbare Pflanzen, Giftpflanzen, Umgang mit Bestimmungsbüchern. Einheimische Wildpflanzen bestimmen und nutzen können. Beobachtung einer Pflanze durch die vier Jahreszeiten hindurch. Vertrauen gewinnen, durch Wiesen und Wälder zu streifen und dort Nahrung und Pflanzen für kleinere Notfälle zu finden.
Wald & Bewohner:    Baumkunde (Bestimmung, Eigenschaften) / Tiere und ihre Lebensräume, Lebensstrategien, Nahrung, Trittsiegel / Die Sprache der Vögel / Verhalten im Wald / Entdecken und Umherstreifen / lautlose Fortbewegung
Feuer: Feuer Grundladen / Methoden zum Feuer machen, bei jeder Witterung / Sicherheit / Brenneigenschaften von Hölzern
Wildnis-Handwerk: Brennholz, Holz spalten / Gefässe und Hilfsmittel herstellen / Flechten / Töpfern / Umgang mit dem Taschenmesser – Schnitzen
Wildnis-Nahrung:      Essbare Wildpflanzen / Kochen auf dem Feuer / Wassersuche und Reinigung
Naturwahrnehmung: Die Sinne erweitern / bewusste Aufmerksamkeit / mit der Natur in Verbindung treten /
Bogenschiessen: Technik / Konzentration / Intuition
Geschichten:   Persönliche Geschichten als Routine / Stärkung der Selbstverwirklichung und Selbstvertrauen
Übernachtung in der Natur:              Heimisch werden / Geräusche zuordnen können / Unsicherheiten und Ängste abbauen

Weitere Hinweise:

Der „Kinder der Erde Jahreskurs“ ist eine geschlossene Lerngruppe. Es können nicht einzelne Module besucht werden. Die Anzahl der Teilnehmenden ist beschränkt.

Mit der Teilnahme am Jahreskurs haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, während eines Jahres tief in die Elemente einzutauchen und eine intensive Verbindung zu unserer Mutter Erde aufzubauen. Nach jedem Modul erhalten die Kinder dem Alter entsprechende „Hausaufgaben – Selbststudien“. Grundsätzlich sollen die Teilnehmenden selber entscheiden, welche Inhalte sie zu Hause vertiefen wollen. Günstige Voraussetzungen dazu sind aus unserer Sicht, wenn die Eltern/Bezugspersonen Interesse am Thema zeigen, das Kind zur Eigenverantwortung ermuntert und ihm hilft, Strukturen zu schaffen, so dass es mit dem Lernstoff sein kann.